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Achillodynie (griech: "Schmerz an der Achillessehne")
Eine schmerzhafte Entzündung der Achillessehne durch Überlastung, meist nach intensiver sportlicher Betätigung. Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie überträgt die gesamte Muskelkraft der Wadenmuskeln auf das Fersenbein.

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Achillessehnenriss
Durch degenerative Veränderungen ist die Achillessehne ab dem 30. Lebensjahr auch ohne starkes Trauma rupturanfällig. Die Sehne reißt mit einem knallenden Geräusch oder auch unbemerkt bei einer ungewohnten Bewegung oder bei normalem sportlichen Training. In Deutschland passieren 25.000 Achillessehnenrisse im Jahr. Therapie: Operation. Die Ausheilungszeit beträgt mindestens 6 Wochen, in denen der Fuß mit einer Orthese ruhig gestellt wird. Danach ist schrittweises physiotherapeutisches Training notwendig, um die Wadenmuskulatur zu stärken und die Beweglichkeit des Sprunggelenks wiederherzustellen. Es besteht die Tendenz zur nicht-operativen Ausheilung im Gips und ohne Belastung.

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Achillessehnenriss
Abb.: Achillessehnenriss
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007

Allodynie (griech: "andersartiger Schmerz")
Die Allodynie ist eine Überempfindlichkeit auf leichte Schmerzreize oder Berührungen durch Aktivierung von Nervenfasern, die normalerweise keine Schmerzleiter sind.

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Ankylose (griech: "Verankerung")
Vollständige Versteifung eines Gelenks durch entzündliche Vorgänge, Vernarbung und Verknöcherung des Gelenkspalts.

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Arthritis (griech: "Entzündung eines Gelenks")
Primär chronische Gelenkentzündung.
s. Gicht, chronische Polyarthritis, Rheuma

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Arthrose (griech: "Gelenkabnutzung")
Degenerative Gelenkerkrankung durch Abnutzung, Verschleiss und Alter, die am Gelenkknorpel beginnt. Nebenstehendes Kniegelenks-Schema zeigt auf der rechten Seite ein junges, beschwerdefreies Knie, links ein arthrotisches schmerzhaftes Kniegelenk: Der Gelenkspalt ist verengt, der Knorpel angegriffen und abgefasert, am Rande verdichtet sich der Knochen und bildet Zacken, die Gelenkinnenhaut ist entzündet. Im Alter wird der Gelenkspalt durch Flüssigkeitsverlust zwangsläufig kleiner, was aber nicht bedeutet, dass jedes alte Gelenk arthrotisch wird. Arthrosen entwickeln sich in Folge übermäßiger Belastung durch unbehandelte Fehlstellung (Hüftgelenksdysplasie, O-Beine, X-Beine), schwere Arbeit, Profisport und längere Kälteeinwirkung.
Die latente Arthrose ist schmerzlos.
Die aktivierte Arthrose geht mit Schmerzhaftigkeit, Gelenkschwellung, Gelenkserguß, Überwärmung und Verspannung der Muskulatur einher.
Bei der Behandlung ist es wichtig, die Entzündungsstoffe aus dem Gelenk zu entfernen. Dazu muss der Erguss entfernt und das Gelenk mit entzündungshemmenden Medikamenten (Cortison, lokalen Anaesthetika) gespült werden. Je nach Art der Schmerzen und des Krankheitsverlaufs werden medikamente in Form von Tabletten, als Spritzen oder sogar als Infusionen verabreicht. Als Entzündungshemmer kommt bei starken Krankheitsschüben auch Kortison zum Einsatz. Das Auffüllen mit Schmiermittel (Hyaloronsäure) hat sich bewährt, wird von den Krankenkassen jedoch nicht bezahlt.
Ist das Gelenk vollständig zerstört, wird man einen Gelenks-Ersatz mit Endoprothese anstreben.
Einer Arthrose beugt man am besten mit mäßiger Bewegung und altersgerechter Ernährung vor. Bei vorhandener Arthrose kann man die Endoprothese hinauszögern durch Präparate zur Nahrungsergänzung, die den Knorpelstoffwechsel unterstützen, Entzündungen vorbeugen und gleichzeitig schmerzlindernd sind, wie z.B. Orthomol Arthro Plus R.
s. auch Heberden-Arthrose, Bouchard-Arthrose.

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Abb.: Schematische Darstellung einer Arthrose
Grafik: Orthomol GmbH.



Abb.: Kniegelenksarthrose bei X-Bein-Stellung.
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007








Baastrup, Morbus Baastrup, kissing spine
(engl: "küssender Wirbel")
Schmerzhafter Kontakt der Dornfortsätze an der Lendenwirbelsäule mit Ausbildung eines Pseudogelenks. Ursache ist ein starkes Hohlkreuz und degenerative Bandscheibenverschmälerung bei Schwerstarbeitern.

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Baker-Zyste
Ausstülpung der Kniegelenkskapsel in die Kniekehle im Zusammenhang mit einem Schaden innerhalb des Kniegelenkes, beispielsweise bei einer Verletzung des medialen Meniskus, einer arthrotischen Knorpelveränderung oder auch einer rheumatoiden Arthritis. Durch chronische Entzündungsvorgänge kommt es zu einer vermehrten Produktion von Gelenkflüssigkeit, wodurch ein Überdruck im Kniegelenk entsteht und eine Zyste ausbildet. Die Zyste muss punktiert und die Entzündung im Knie behandelt werden.

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Bandruptur
Bänderriss. Alle Gelenke, als bewegliche Verbindungen zwischen Knochen, werden außen und innen von starken Bändern aus Kollagenfasern zusammengehalten. Bei übergroßer Belastung (Sport, Umknicken) können sie zerreißen, wodurch das Gelenk instabil wird. Wenn ein Bänderriss nicht behandelt wird (Ruhigstellung im Gips oder Operation), entwickelt sich eine chronische Instabilität. Besonders häufig sind sportbedingte Bänderrisse am oberen Sprunggelenk und Kreuzbandrisse im Kniegelenk (siehe dort).

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Abb.: Bänder am Kniegelenk
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Bandscheibenvorfall (BSV)
Erkrankung der Wirbelsäule, bei der Teile der Bandscheibe in den Wirbelkanal vortreten. Die Bandscheiben liegen zwischen den Wirbelkörpern und halten die Wirbelsäule beweglich. Sie sind scheibenförmig (Discus) und bestehen aus einem festen Faserring (Anulus fibrosus) und einem weicheren Kern (Nucleus). Der Wirbelkanal, in dem das Rückenmark verläuft, liegt außerhalb der Wirbelkörper in einem schützenden knöchernen Ring.
Beim Bandscheibenvorfall wird der Faserring ganz oder teilweise durchgerissen und der weiche Kern stülpt sich in den Wirbelkanal vor. Bei der Protrusion wölbt sich die Bandscheibe bei erhaltenem Faserring vor. In beiden Fällen drückt die Bandscheibe auf das Rückenmark und verursacht starke, häufig in die Extremitäten ausstrahlende Schmerzen, oft verbunden mit einem Taubheitsgefühl im Versorgungsgebiet der eingeklemmten Nervenwurzel, gelegentlich auch Lähmungserscheinungen.
Ursache: Fehlhaltungen, Bewegungsmangel. Da die Bandscheiben nicht über Blutgefäße versorgt werden, sondern über Diffusion, ist ausreichende Bewegung für ihre Gesunderhaltung besonders wichtig.
Eine Behandlung ist in den meisten Fällen konservativ möglich, da die Bandscheibe bei Entlastung zurückrutscht oder der ausgetretene Kern resorbiert wird. Schwere Vorfälle mit Austritt des Faserrings müssen operativ behandelt werden. Zur Vorbeugung und Vermeidung von Rückfällen sollte man für eine starke Rückenmuskulatur sorgen und übermäßige Belastungen vermeiden.

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Bandscheibenvorfall, schem.

Abb.: Bandscheibenvorfall zwischen 2. und 3. Lendenwirbel mit Druck auf das Rückenmark
MRT-Aufnahme aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Bechterew, Morbus Bechterew
Ankylosierende Spondylitis. Chronisch-entzündliche, rheumatische Erkrankung. Die entzündlichen Veränderungen betreffen vor allem das Achsenskelett, wo die Entzündung der Wirbelgelenke (Spondylitis), des Kreuz- Darmbeingelenkes (Sacroiliitis) und der Sehnen und Bänder zu einer Verknöcherung und schließlich zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen. Die Ursache ist nicht bekannt, im Blut werden jedoch Rheumafaktoren nachgewiesen, was eine genetische Ursache vermuten lässt. Das männliche Geschlecht ist deutlich häufiger betroffen, die meisten Patienten erkranken zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Es gibt keine Kausaltherapie, aber durch entzündungshemmende Medikamente und krankengymnastische Übungsbehandlung sollte die Wirbelsäule so lang als möglich beweglich gehalten werden, damit die Versteifung (im Röntgenbild "Bambusstabwirbelsäule") in einer möglichst aufrechten Position erfolgt. Wegen der fortschreitenden Bewegungseinschränkung ist das Vorbeugen einer Osteoporose von großer Wichtigkeit.

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Beinlängendifferenz
Längenunterschied der Beine. Kleinere Unterschiede sind normal und werden in der Bewegung ausgeglichen. Erst Differenzen von über 7mm sind mit Schuherhöhung auszugleichen. Beinlängendifferenzen bei Kindern müssen beobachtet werden, da eine andere Grundkrankheit dahinterstecken kann. Oft verschwinden sie aber im Laufe des weiteren Wachstums.
Anatomische Beinlängendifferenzen haben ihre Ursache in Knochenbrüchen, Lähmungen während des Wachstum (Kinderlähmung), Morbus Perthes (juvenile Hüftkopfnekrose) oder entstehen nach Totalendoprothese des Hüftgelenkes. Nebenstehendes Bild veranschaulicht den Zusammenhang zwischen Beinlängen, Beckenstand und Wirbelsäule. Eine anatomische Beinlängendifferenz kann zu Beckenschiefstand und Wirbelsäulenverkrümmung mit Kreuzschmerzen führen, umgekehrt kann eine angeborene Rückgradverkrümmung durch Ausgleich im Becken eine Beinlängendifferenz vortäuschen (funktionelle Beinlängendifferenz).
Funktionelle Beinlängendifferenzen sind Folge einer falschen Haltung durch verschieden stark ausgeprägte Beinmuskulatur, Skoliose oder Erkrankungen des Kreuzdarmbeingelenks. Auch eine Schonhaltung bei Hüftarthrose kann die Ursache sein und rückwirkend zu Kreuzschmerzen führen.

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Abb.: Ausgleich einer Beinlängendifferenz
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007

Blockierung
Die gestörte Funktion eines Gelenkes im Sinne einer Bewegungseinschränkung. Ursache ist meistens eine unphysiologische Belastung, Überlastung, Verkühlung, Entzündung oder Bewegungsmangel des Gelenks. Als Folge tritt eine Verspannung der zugehörigen Muskulatur auf, welche die Situation fixiert und verschlimmert. Es kann aber auch die Erkrankung eines inneren Organs, z.B. eine Herzkrankheit bei Blockierung der Brustwirbelsäule zu Grunde liegen. Blockierungen können chirotherapeutisch gelöst werden. Ist dies nicht möglich, handelt es sich bei der Störung nicht um eine Blockierung.

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Borreliose
Auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit. Eine Infektionskrankheit mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi, das durch Zecken (Holzbock, Ixodes rhizinus) übertragen wird. Die Diagnose ist gesichert, wenn innerhalb von Tagen nach dem Zeckenbeiss eine sich ausbreitende Rötung um die Stichstelle auftritt (Erythema chronicum migrans), jedoch ist dies nicht immer der Fall. Es werden das Nervensystem mit Lähmungen (Neuroborreliose), die Gelenke (Borrelienarthritis) und das Bindegewebe befallen. Gelenkbeschwerden, insbesondere eine Arthritis des Kniegelenks mit ausgeprägtem Gelenkerguss, und Rückenschmerzen treten oft erst nach Monaten oder Jahren nach einem Zeckenbiss auf, weshalb die Diagnose oft nicht gestellt wird. Auch sind die Antikörper nicht spezifisch und die Erreger im Blut nicht immer nachweisbar, weshalb eine sichere Diagnose oftmals nicht möglich ist. Die Schmerzen mit wechselnder Lokalisation sprechen auf die üblichen Schmerzmittel nicht an. Es wird heute üblicherweise mit Antibiotika behandelt.

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Abb.: blutsaugende Zecke  

Bouchard-Arthrose
Fingerpolyarthrose der Mittelgelenke mit Knotenbildung. Selten schmerzhaft, aber nicht besonders schön. Als Ursache werden genetische und hormonelle Faktoren diskutiert. Keine rheumatische Erkrankung. Harmlos. Wenn sie störend sind (Morgensteifigkeit), kann man die Arthrosen mit antiphlogistischen Salben behandeln. S. auch Heberden-Arthrose = Fingerpolyarthrose der Endgelenke.

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Brachialgie (griech: "Armschmerz")
Die Nerven, die den Arm motorisch und sensibel versorgen, verlassen das Rückenmark im unteren Hals- und oberen Brustbereich (C5 - Th1). Wenn keine Verletzungen des Armes selbst vorliegen, rühren Armschmerzen daher sehr häufig von Abnutzungserscheinungen oder Blockierungen der Halswirbelsäule her, die chirotherapeutisch gelöst werden können. s. Epicondylitis, Schulter-Arm-Syndrom, Insertionstendopathie.

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Brachialgia paraesthetica nocturna (griech-lat: "Kribbelnde nächtliche Armschmerzen.")
siehe Karpaltunnelsyndron.

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Bursitis
Schleimbeutelentzündung. Schleimbeutel sind Hohlräume, die Gelenkflüssigkeit enthalten. Sie befinden sich an besonders druckbelasteten Stellen zwischen Knochen und Sehnen oder zwischen Gelenkkapseln und Sehnen und dienen der gleichmäßigen Druckverteilung und dem besseren Gleiten der verschiedenen Schichten. Entzündungen entstehen durch Verletzung oder dauernde Druckbelastung.

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Bursitis calcarea
Entzündung des Schulterschleimbeutels durch Kalkeinlagerung. Eigentlich handelt es sich um eine Verkalkung der Sehne des Armhebers (Musculus supraspinatus). Die Ursache ist unbekannt, hängt aber mit Haltungsfehlern zusammen. Die Kalkeinlagerung muss zunächst nicht schmerzhaft sein, führt aber zu einer Bewegungseinschränkung. Später löst sich dieses Kalkdepot auf und der Kalk kann durch bestimmte Bewegungen in den zwischen Sehne und Schulterdach gelegenen Schleimbeutel (Bursa subacromialis und Bursa subdeltoidea) gelangen und hier eine schmerzhafte, akute Entzündung verursachen.
Die Therapie besteht aus Ruhigstellung und Injektionen mit entzündungshemmenden Medikamenten. Es wird auch versucht, den Kalkherd mit Stoßwellen zu zertrümmern. Später sollen krangymnastische Übungsbehandlungen eine Chronifizierung der Schmerzen vermeiden. S. hierzu auf der Seite "Spezielle Schmerztherapie."

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Abb.: Bursitis calcarea
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Bursitis olecrani, "Student's Elbow"
Schmerzhafte Entzündung des Ellbogenschleimbeutels in Folge chronischer Druckeinwirkung (Schreibtischarbeit), einer Verletzung oder einer Infektion, manchmal auch durch eine Verknöcherung des Sehnenansatzes (Olecranon-Sporn). Wenn es sich um eine eitrige Infektion handelt, muss der Schleimbeutel häufig entfernt werden.

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BWS-Syndrom (Thorakalsyndrom)
Sammelbezeichnung für schmerzhafte Vorgänge im Bereich der Brustwirbelsäule. Die Brustwirbelsäule entwickelt seltener Abnutzungserscheinungen als Hals- und Lendenwirbelsäule. Meistens handelt es sich bei schmerzhaften Prozessen um Muskelverspannungen durch Haltungsfehler. Bandscheibenvorfälle in diesem Bereich sind selten, im Alter kommen Brustwirbelfrakturen durch Osteoporose vor. Bei Schmerzen im Brustbereich ist immer an eine Beteiligung von Herz und Lunge zu denken.

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Cervicalsyndrom, Cervicocephalgie, Cervicobrachialgie
s. unter Zervicalsyndrom


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Chondrose (griech: "Knorpelabnutzung")
Altersbedingte Degeneration der Bandscheibe durch Wasserverlust. S. auch unter Osteochondrose.

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Chondrocalcinose
Ausfällung von Kalziumpyrophosphat-Kristallen in der Gelenkflüssigkeit großer Gelenke mit Einlagerung von Kalksalzen in den Gelenkknorpel, wodurch es zu einer schmerzhaften Entzündung ähnlich wie bei einer Gichtarthritis kommt (Pseudogichtanfall). Es handelt sich um eine Stoffwechselstörung, deren Ursache unbekannt ist.

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Chondropathia patellae, Retropatellararthrose
Nekrotische Erweichung des Kniescheibenkrorpels. Ursache ist eine vermehrte Abnutzung des Knorpels entweder durch Formfehler der Kniescheibe, nach Trauma (Quetschung, Fraktur) oder durch sportliche Überlastung bzw. Überlastung durch Körpergewicht. Die Erkrankung ist sehr häufig, besonders bei Frauen zwischen dem 2. und 4. Lebensjahrzehnt. Anzeichen sind Spontanschmerzen im Bereich der Kniescheibe und Nachgeben des Kniegelenks beim Gehen (Giving-Way-Syndrom). Die Therapie ist zunächst immer konservativ durch Schonung, Ruhigstellung und entzündungshemmende Verbände. Eine Operation mit Versetzung des Kniescheibenbandes zur besseren Druckverteilung muss gut überlegt werden.

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Chronische Polyarthritis (griech: "vielfache Gelenkentzündung"), auch Rheumatoide Arthritis
Entzündliche Systemerkrankung des rheumatischen Formenkreises mit Befall von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln, die durch die Entzündung zerstört werden. Es handelt sich um eine pathologische Immunreaktion nach stattgehabter unspezifischer Infektion, die wahrscheinlich genetisch bedingt ist. Die genaue Ursache ist jedoch unbekannt. Es können alle Altersstufen betroffen sei, bei Frauen kommt die Krankheit dreimal häufiger vor. Die Krankheit beginnt schleichend mit nur leicht erhöhten Temperaturen, allgemeiner Schwäche, Gelenkschmerzen und depressiver Verstimmung. Dann beginnen Gelenkschwellungen an den Händen (Morgensteifheit) und ungeklärte Sehnenscheidenentzündungen (Karpaltunnelsyndrom). Am häufigsten sind Finger- Hand-, Ellbogen-, Schulter-, Knie-, Sprung- und Zehengelenke befallen. Erstes Anzeichen sind eine erhöhte Blutsenkung und erhöhte Entzündungswerte im Blut. Der Rheumafaktor (ein bestimmter Eiweißkörper im Blut und im Gelenkerguss) ist, besonders im Frühstadium, nicht immer nachweisbar. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich, er kann milde sein, aber in seltenen Fällen auch zu völliger Invalidität führen. Eine frühzeitige Diagnose und ein frühzeitiges Therapiekonzept mit sog. Basistherapeutika (speziellen Rheumamedikamenten), Entzündungshemmern und physikalischer Therapie unter Mithilfe des Patienten sind für den Verlauf der Krankheit äußerst wichtig.

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Coxarthrose (griech-lat: "Krankheit des Hüftgelenks")
Arthrose, chronische Entzündung des Hüftgelenks. Hier gilt das Gleiche wie unter Arthrose allgemein. Nebenstehendes Bild zeigt den verschmälerten Gelenkspalt und die undeutlichen Ränder von Hüftkopf und Pfanne durch entzündliche Veränderungen. Da das Hüftgelenk einer stärkeren Belastung ausgesetzt ist und eine Schonhaltung schwieriger einzuhalten ist, wird das Hüftgelenk häufiger als das Knie mit einer Totalendoprothese versorgt. Der defekte Hüftkopf wird entfernt und in den Oberschenkelschaft ein Edelstahlbolzen mit einem Kugelende eingesetzt. Die Hüftpfanne wird ausgefräst und je nach Modell durch eine Kunststoff- oder Keramikpfanne ersetzt. Im Jahr 2010 erhielten rund 200.000 Patienten in Deutschland ein künstliches Hüftgelenk implantiert.

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Abb.: Arthrose des Hüftgelenks


Abb.: Hüftgelenksprothese

Coxitis fugax, "Flüchtiger Hüftschnupfen"
Reizung der Gelenksinnenhaut mit Erguss. Häufigste Hüftgelenkserkrankung im Kindesalter zwischen 3 und 8 Jahren. Meistens besteht ein Zusammenhang mit einer vorangegangenen Virusinfektion der oberen Atemwege. Eine Therapie ist nur bei anhaltenden Schmerzen nötig. Die meisten Kinder sind nach einer Woche beschwerdefrei. Ist dies nicht der Fall, muss eine Perthes-Erkrankung (s. dort) ausgeschlossen werden.

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CRPS (Complex Regional Pain Syndrom), früher: Sudeck-Syndrom, Algodystrophie
Örtliche Knochenentkalkung und Muskelschwund in Folge einer Durchblutungsstörung durch Fehlsteuerung der Blutgefäße in einer verletzten Extremität. Nach Knochenbrüchen, Distorsionen, stumpfen Traumen.
Die Gefahr eines CRPS besteht immer bei schnell aufeinander folgenden Operationen, Mehrfachrepositionen und Mehrfachoperationen, bei Druck im Gips und Massagen verletzter Extremitäten.
Die Erkrankung verläuft in 3 Stadien:
Stadium I: akut-entzündlich: Belastungsschmerz, Schwellung, Rötung, fleckige Entkalkung des Knochens.
Stadium II: chronisch-dystrophisch: Haut glänzend, blass und kühl, Abnahme der Schmerzen, aber deutliche Einschränkung der Beweglichkeit.
Stadium III: Endatrophie: Muskelatrophie, Gelenkkontraktur, aber Schmerzfreiheit.
Die Therapie besteht in Stadium I in einer konsequenten Ruhigstellung und antiphlogistischer Behandlung ohne Cortison. Krankengymnastik erst ab Stadium 2. Ab Stadium 3 aktive Übungsbehandlung.

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De Quervain
Sehnenscheidenentzündung der Daumensehne durch Überlastung.

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Distorsion
Gelenkzerrung. Überdehnung der Gelenkbänder bei Verdrehung oder Umknicken. Es kann zu kleinen Einrissen in den Fasern kommen, die zu Instabilität führen, wenn sie nicht durch Ruhigstellung ausheilen können. Ist das Band komplett durchgerissen, handelt es sich um einen Bänderriss. siehe dort.

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Dupuytren
Morbus Dupuytren. Beugekontraktur und Streckhemmung der Fingersehnen. Der Morbus Dupuytren tritt meist im mittleren Lebensalter auf, 85% der betroffenen Patienten sind Männer. Die Ursache ist unbekannt, die Erkrankung tritt jedoch bei Alkoholikern, Rauchern und Diabetikern häufiger auf. Daneben besteht eine starke familiäre Häufung. Typischerweise sind Klein- und Ringfinger betroffen. Zunächst wird das Auftreten von Knoten und Strängen an der Handinnenfläche bemerkt. Es dauert oft Jahre, bis es zu einer Einschränkung der Beweglichkeit in den Fingergrund- und -mittelgelenken kommt. Wenn starke Behinderung auftritt, ist eine Operation angezeigt.

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Abb.: Beugesehnenkontraktur
aus: Jäger/Wirth: Praxis der Orthopädie Bd.II, Stuttgart 2001

Dysästhesie
Allgemein: Störung der Sensibilität. Dies ist ein Symptom (eine Begleiterscheinung) und kann verschiedene Ursachen haben.

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Dysbalance
Allgemein: Ungleichgewicht, ungleiche Verteilung.
s. Muskuläre Dysbalance

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Dysplasie
Allgemein: Fehlbildung, Abweichung von der normalen Gewebestruktur.

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Dystonie
Bewegungsstörung, deren neurologischer Ursprung in den motorischen Zentren im Gehirn liegt. Meist äußern sich Dystonien in Verkrampfungen und Fehlhaltungen, z. B. des Kopfes (Torticollis = Schiefhals).

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Dystrophie
Allgemein: Degenerative Veränderung durch Entwicklungsstörungen einzelner Gewebe, Zellen und Körperteile durch Mangelernährung, Funktionsstörung, Trauma, Erkrankung oder genetische Abweichung.

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Endoprothese
Künstlicher Gelenkersatz, z.B. Hüftprothese, Kniegelenksprothese, Schulterprothese.

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Enthesiopathie
Schmerzhafte Entzündung von Sehnenansatzpunkten. Oft Symptom anderer Grunderkrankungen.

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Epicondylitis humeri
Epicondylitis humeri radialis (Tennisellbogen) und Epicondylitis humeri medialis (Golferellbogen). Sehnenansatzentzündung (Insertionstendopathie) am äußeren bzw. inneren Oberarm- (Ellbogen-)köpfchen als Folge chronischer Überlastung durch monoton sich wiederholende Bewegungsabläufe im Bereich des Unterarmes. Um einen langfristigen Effekt zu erzielen, muss eine Behandlung mit Cortison und Lokalanästhetika immer auch durch die Vermeidung auslösender Bewegungsmuster unterstützt werden. Eine sog. Epicondylitisspange mindert den lokalen Muskelzug im Bereich der Sehnenursprünge. (s. unter Tennisarm)

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Epiphyseolyse
Die Epiphysenfugen sind die Wachstumszonen der großen Röhrenknochen. Auflösung im Bereich des Hüftkopfes bei Perthes-Krankheit Jugendlicher. Siehe dort.

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Exostose (griech: "Knochenvorsprung")
Verknöcherte Ausziehungen des Knorpels an arthrotischen Gelenken, besonders den Wirbelgelenken. Das Gelenk versucht, bei schwindendem Gelenkknorpel den Druck durch Vergrößerung der Gelenkfläche auszugleichen.

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Facettensyndrom
Die sog. Facettengelenke (kleine Wirbelgelenke) befinden sich rechts und links im rückwärtigen Teil der Wirbelsäule. Es kommuniziert immer der obere Wirbel mit dem nächsten durch eine Gelenkfläche am Gelenkfortsatz (s. nebenstehende Abb.) Wenn durch Volumenverlust (Wasserverlust im Alter) die Zwischenwirbelräume besonders im Lendenwirbelbereich immer kleiner werden, rücken auch die Facettengelenke dichter aneinander, was zu stärkerer Belastung führt und Entzündungen hervorrufen kann. Um den Druck zu verringern, versucht der Körper, durch knöchernen Anbau die Gelenkfläche zu vergrößern und den Druck dadurch zu verteilen. Die knöchernen Anbauten sind aber rauh und ohne Gelenkhaut und führen erst recht zu schmerzhaften Entzündungen (Arthrosen). Die Schmerzen sind dumpf und positionsabhängig und strahlen über die Oberschenkelrückseite bis zu den Knien, weil die entzündeten Facettengelenke die Äste des in der Nähe austretenden Spinalnerven irritieren (pseudoradikuläres Lumbalsyndrom, s. dort). Die Therapie besteht in Entlastung (Stufenlagerung) und entzündungshemmenden Injektionen direkt an die Facette.

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Abb.: Position der Facettengelenke an der Wirbelsäule
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Femoropatellararthrose
Teilsymtom der Gonarthrose. Die Kniescheibe (Patella) liegt eingebettet in die Sehne des Unterschenkelhebers (Muskulus Quadriceps Femoris) und bildet an ihrer Auflagefläche auf den Oberschenkel (Femur) das Femoropatellargelenk. Wird dieses Gelenk ständig überlastet oder durch Achsabweichung der Beine (O-Beine, X-Beine) ständig fehlbelastet, kommt es zu Abnutzung des Knorpels und Entzündung des Gelenks. Schmerzhaft ist besonders das Abwärtsgehen.

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Abb.: Bänder am Kniegelenk
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Fersensporn, Plantare Fasciopathie, Fasciitis plantaris
Spornartige Verknöcherung der Plantarsehne als Folge von Überlastung (Alter, Gewicht). Stechende oder brennende Schmerzen an der Ferse strahlen in Fuß und Unterschenkel aus. Das Röntgenbild zeigt keilförmige Knochengebilde. Therapie: entzündungshemmende Salben, Weichbettung durch Einlagen, Ultraschalltherapie, Stoßwelle, Infiltration mit Lokalanästhetikum.

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Fibromyalgie-Syndrom (FMS) (griech: "Schmerzen an Muskeln und Bindegewebe")
Das primäre FMS gehört zum weichteilrheumatischen Formenkreis, dessen Ursache unbekannt ist. 1-3% der Bevölkerung sind betroffen, davon 90% Frauen. FMS äußert sich in einem Ganzkörperschmerz am Bewegungsapparat, besonders an den Muskel-Sehnenansätzen, oft verbunden mit schmerzreaktiver Depression. Oft finden sich psychosoziale Belastungsfaktoren, ein ehrgeiziger Selbstanspruch einerseits und eine verminderte Stresstoleranz andererseits, die zu neuroendokriner Störung und verminderter körpereigener Schmerzhemmung führen. (s. auch Text und Schaubild über die Entstehung von Schmerz unter Schmerztherapie.)
Die Diagnose erfolgt über die Bestimmung festgelegter sog. "Tenderpoints," das sind Druckschmerz- empfindliche Punkte an bestimmten Sehnenansätzen. Die Therapie ist symptomatisch mit Schmerzmitteln, Gesprächstherapie, Psychotherapie. Da keine Organschädigung vorliegt, sind die Heilungschancen gut, in der Praxis jedoch nur bei radikaler Psychohygiene und Änderung der Lebenssituation.
Dem sekundären FMS liegt eine entzündliche oder eine Stoffwechsel-Grunderkrankung zu Grunde und muss diagnostisch durch Labor und Röntgen abgegrenzt werden.

hier kommen Sie zu einem Lehrbuch-Artikel über Fibromyalgie

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Fibrose
Allgemein: Vermehrung von Bindegewebe

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Fraktur (lat: "Bruch")
Knochenbruch

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Frozen Shoulder (engl: "eingefrorene Schulter")
Vorübergehende Entzündungsreaktion mit fibröser Teilsteife

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"Fußballerknie"
Mediale Kniegelenksarthrose durch Knorpelverlust als Folge von Kreuzband- oder Meniskusverletzungen durch übermäßige Belastung beim Fußball. Prädisponierend wirkt sich die Varus-Fehlstellung (O-Bein-Stellung) der Beinachsen aus, die bereits bei leistungssportlich aktiven jugendlichen Fußballerspielern gehäuft beobachtet wird und wahrscheinlich durch die Beeinflussung der kniegelenknahen Wachstumsfugen durch die einseitige Belastung hervorgerufen wird.
Fußballspezifische Belastungen (kurze Sprints, abrupte Stopps, schnelle Richtungsänderung und Schußbelastung) führen jedoch auch an Hüft- und Sprunggelenken zu Arthrosen.

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Ganglion
Blasenförmig aufgebautes, mit schleimiger Flüssigkeit gefülltes Gebilde, meistens im Bereich des Handgelenks. Es lässt sich bisweilen zerdrücken oder verschwindet von selbst. Ist es sehr störend, kann es operativ entfernt werden. Nur punktierte Ganglions neigen zum Rezidiv.

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Gelenkerguss

Vermehrte Flüssigkeitsansammlung innerhalb der Gelenkkapsel. Es kann sich dabei um normale Gelenkflüssigkeit oder um krankhaft veränderte Flüssigkeit, wie Blut oder Eiter handeln. Am häufigsten kommt der Kniegelenkserguß vor.


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Genu valgum

Die X-Bein-Stellung ist eine Kniefehlstellung, wodurch es zu einer Achs-Abweichung zwischen Ober- und Unterschenkel kommt. Der Unterschenkel weicht im Vergleich zum Oberschenkel nach außen ab. Dadurch kommt es zu einer einseitigen Mehrbelastung des Kniegelenks, was langfristig zu einer medialen Gonarthrose führen kann. Bei einer signifikanten Fehlstellung kann eine Korrektur nach Wachstumsabschluss durch eine Umstellungsosteotomie durchgeführt werden.

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Genu varum

Die O-Bein-Stellung ist, wie die X-Bein-Stellung, eine Achs-Abweichung zwischen Ober- und Unterschenkel durch Kniefehlstellung. Die langfristige einseitige Mehrbelastung kann ebenfalls zu einer frühzeitigen Abnutzung der Gelenkflächen und einer (in diesem Fall: lateralen) Gonarthrose führen.

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Gicht
Urikopathie, Hyperurikämie. Störung des Harnsäure-Stoffwechsels, die durch Abscheiden von Salzen der Harnsäure an verschiedenen Körperstellen charakterisiert ist. Bei der primären Gicht ist der Stoffwechseldefekt angeboren, die Manifestation der Krankheit wird jedoch durch stark eiweißhaltige Nahrung und vermehrten Alkoholgenuss gefördert. Sekundäre Gicht kann durch eine gestörte Nierenfunktion oder Erkrankungen mit erhöhtem Zelluntergang entstehen. Es kommt zu schmerzhaften Gelenkentzündungen durch Ablagerung der Salze in Gelenken und den umgebenden Weichteilen. Äußerlich sichtbare Begleiterscheinungen sind Gichtknoten in Weichteilen, sog. "Tophi", z.B. im Ohrknorpel (prominentes Beispiel: Friedrich der Große). Der akute Gichtanfall betrifft vorwiegend das Großzehengrundgelenk (Podagra), seltener Kniegelenk, Handgelenk oder andere Gelenke. Auslöser für einen akuten Gichtanfall sind fettreiches Essen, Alkoholmissbrauch oder starke körperliche Belastung. Im Röntgenbild sind solche Knoten auch im gelenknahen Knochen als Osteolyseherde sichtbar. Ein erhöhter Harnsäurespiegel ist im Blut nachweisbar, ebenso die Harnsäurekristalle im Gelenkerguß.



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Gonarthrose
Arthrose des Kniegelenks, siehe Arthrose

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Haglund-Ferse
Anatomische Formvariante des Fersenknochens. Dies führt bei Überlastung (Laufsport, Tragen von Stöckelschuhen) zu Reizung und schmerzhafter Entzündung des Achillessehnenansatzes und Schleimbeutelentzündung. Es tritt eine sichtbare Rötung und Verdickung ein.
Therapie: Vermeidung des Fersendrucks durch geeignetes Schuhwerk, Ultraschall, entzündungshemmende Medikamente. Operatives Entfernen des überstehenden Knochens bis zum Achillessehnenansatz.

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Hallux valgus
Seitliche Abweichung der Großzehe im Grundgelenk, oft durch Überlastung bei Knick- Spreiz- Plattfuß oder bei chronischer Polyarthritis. Kommt familiär gehäuft und zu 90° bei Frauen vor. Eng zulaufende Schuhe mit hohem Absatz begünstigen die Entstehung. Das Laufen wird schmerzhaft, oft kommt eine Entzündung hinzu. Da es sich um eine Fehlfunktion der Sehnen im Großzehenbereich handelt, hat eine konservative Behandlung mit Einlagen keinen Erfolg. Je nach Ausprägung wird eine operative Korrektur an Knochen, Sehnen und Gelenkkapsel vorgenommen. (Operation nach Keller-Brandes, nach Austin etc.)

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Abb.: Entstehung eines Hallux valgus
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Hallux rigidus
Arthrose des Großzehengrundgelenks mit schmerzhafter Osteophytenbildung (Knochenneubildung in Form von Randzacken). Tritt hauptsächlich bei Männern auf und ist häufig posttraumatischer Natur (Verletzungen in der Jugend). Das schmerzhafte Abrollen kann durch Einlagen erleichtert werden, eine Operation mit Abtragen des Osteophyten und/oder Versteifung des Gelenks ist möglich.

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Hammerzehe
Fixierung der 2. Zehe in Beugehaltung durch Verkürzung der Beugesehne. Meistens Folge von jahrelang getragenem engem Schuhwerk bei Spreizfuß, Plattfuß, Knickfuß. Das hochstehende Zehengelenk trägt in Folge des Schuhdruckes ein Hühnerauge (Clavus). Schmerzhaft und kosmetisch unschön. Therapie: Operation nach Hohmann: Verkürzung der Zehe durch Entfernen des Mittelglied-Köpfchens.

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Abb.: Hammerzehe
aus: Jäger/Wirth: Praxis der Orthopädie Bd.II, Stuttgart 2001

Heberden-Arthrose
Arthrose der Fingerendgelenke der Langfinger. s. auch Bouchard-Arthrose: Arthrose der Mittelgelenke, Rhizarthrose: Arthrose des Daumensattelgelenkes. Ursache: erblich, weibliches Geschlecht, hormonale Einflüsse. Es handelt sich bei diesen Arthrosen nicht um eine rheumatische Erkrankung.

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Abb.: Heberden-Arthrose des 2. und 3. Fingers, Bouchard-Arthrose des 3. Mittelgelenkes
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007
Hüftarthrose. s. Coxarthrose

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Hüftgelenksdysplasie
Eine Reifungsstörung des Hüftgelenks im Säuglingsalter, bei der die Hüftpfanne zu klein ist und den Hüftkopf mit dem "Pfannenerker" nicht umschließt. Etwa 3% der Kinder werden mit Hüftdysplasie geboren, wofür genetische Faktoren, aber auch die Lage vor der Geburt (Beckenendlage oder enge Verhältnisse bei Erstgebährenden) verantwortlich sind. Die Hüftgelenksdysplasie wird mit Hilfe der Hüftsonografie (siehe nebenstehenden link "Säuglingshüften") und bestimmter Winkelmessungen diagnostiziert. Unbehandelt verschleißen diese Hüften frühzeitig und bilden schon im Kindesalter oder im frühen Erwachsenenalter eine Hüftarthrose (siehe Coxarthrose) aus. Je nach Schweregrad wird mit Spreizhose oder einer Hüftschiene für 6-8 Wochen behandelt, wodurch das "Pfannendach" vom Druck des Hüftkopfes entlastet wird und sich optimal ausbilden (nachreifen) kann.

Ein Viertel der Patienten, die heute an der Hüfte operiert werden müssen, leiden unter einer Dysplasie. Ein Wert, der seit der Hüftsonografie als Standarduntersuchung im Säuglingsalter in den kommmenden 30 Jahren drastisch sinken wird.

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Hüftluxation
Herausrutschen des Hüftkopfes aus der Gelenkpfanne entweder angeboren oder bei nicht behandelter, schwerer Hüftdysplasie. Durch den Austritt des Hüftkopfes aus der Pfanne kommt es zu einer Verkürzung des Beines und auch der dazugehörigen Muskulatur, sodass der Hüftkopf nur schwer zurückverlagert werden kann. Gleichzeitig verformt sich das Hüftgelenk durch die unnatürliche Belastung. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres kann mit Spreizhosen, Bandagen und Schienen behandelt werden, bei zu spät erkannten Hüftgelenksluxationen werden operative Maßnahmen wie Pfannenplastiken und Osteotomien notwendig. Auf jeden Fall gehört die Hüftgelenksluxation in die Hand einer kinderorthopädischen Spezialklinik.

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HWS-Syndrom
Sammelbezeichnung für
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Hyperalgesie (griech: "übermäßige Schmerzempfindlichkeit")

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Impingement-Syndrom (engl: "Einklemmungssyndrom")
Einklemmung von Sehnen, Schleimhautfalten oder Knorpelteilen im Gelenk. Vorkommen an Schulter-, Hüft-, oberes Sprung-, Ellbogen-, Hand- und Kniegelenk.
Das häufigste Impingement ist der "schmerzhafte Bogen" an der Schulter: bei Anheben des Armes wandert die verdickte und häufig verkalkte Sehne des Armhebers (M. supraspinatus) nach vorn und wird dabei unter die Schulterblattkante (Acromion) und den hier befindlichen Schleimbeutel (Bursa subacromialis) gezwängt (to impinge=stoßen), was zwischen einem Winkel von 60° und 120° heftige Schmerzen verursacht. Ursache: anatomische Enge, Überlastung, Trauma, Riß der Rotatorenmanschette. Durch Schonung und Funktionsausfall kommt es rasch zu Versteifung und Muskelatrophie, daher besteht die Behandlung in einer Infiltration mit Lokalanästhetikum in Kombination mit einem Steroid, um der Entzündungsreaktion entgegenzuwirken und die Gleitfähigkeit der Sehne wieder herzustellen. Ergänzend werden manuelle Mobilisation und Krankengymnastik durchgeführt. Sollte nach 3 Monaten keine Besserung eintreten, kann eine operative Erweiterung des Sehnengleitlagers erwogen werden.

Das große Bewegungsausmaß von Arm und Schulter wird durch insgesamt 5 verschiedene Gelenke und eine Vielzahl von beteiligten Muskeln und Sehnen erreicht und bedingt viele Störungsmöglichkeiten durch Überlastung. (s. auch Omarthrose, Rotatorenmanschettenriß, Schultersteife, PHS). Schulterschmerzen sind aber auch oft durch Erkrankung der Halswirbelsäule bedingt, da die Schulternerven im Halssegment austreten. Dies sollte diagnostisch unbedingt abgeklärt werden.

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Abb.: Schmerzhafter Bogen
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007
Insertionstendopathie (griech-lat: "Sehnenansatzentzündung")

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Ischialgie

Der sehr dicke N. ischiadicus führt Anteile aus den Rückenmarkssegmenten L4 bis S3, verläuft unter dem Gesäßmuskel, zieht zur Rückseite des Oberschenkels und teilt sich dann in zwei Äste für den Unterschenkel (s. nebenstehende Abbildung). Eine Reizung oder Quetschung, die viele Ursachen haben kann (z.B. durch Verletzung, Bandscheibenvorfall, Schwangerschaft, Nervenentzündung oder Injektion) führt zu Schmerzen in der Lendengegend, die in das betroffene Bein bis zum Fußaußenrand ausstrahlen und mit Bewegungseinschränkung, Sensibilitätsstörung und Lähmung einhergehen können. Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Irritation.

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Abb.: Verlauf des N. Ischiadicus im Gesäßmuskel
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Kahnbeinfraktur (Skaphoidfraktur, Navicularefraktur)
Häufigster Bruch eines Handgelenksknochens durch Sturz auf die ausgestreckte Hand. Damit die Bruchstelle im Röntgenbild sichtbar wird, muss das Handgelenk dabei in Richtung Kleinfinger gestreckt werden. Das Handgelenk muss mit oder ohne Operation für mindestens 6 Wochen im Gips ruhiggestellt werden, damit die Bildung einer schmerzhaften Pseudarthrose (ein Pseudogelenk an der Bruchstelle, das bei jeder Bewegung schmerzt) oder die Nekrose des Knochenbruchstückes verhindert wird.

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Abb.: Handwurzelknochen von dorsal gesehen
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
Schmerzhafte Kalkablagerung in den Schultersehnen, deren Ursache wahrscheinlich Überlastung und voraufgehende Sehnenverletzungen sind. Männer sind häufiger betroffen. Der Krankheitsverlauf ist selbstlimitierend mit hoher spontaner Heilungsrate und verläuft in 3 Phasen: zunächst bildet sich vermehrt Faserknorpel (Präkalzifikation), in dem sich Kalzium in abgetrennten Depots ablagert (Kalzifikation). Dann verflüssigt sich der Kalk und es wandern Entzündungszellen ein, die den Kalk abtransportieren. In dieser Zeit kommt es zu Schmerzen durch Volumenerhöhung, zu Rissen in den Kalkdepots und Entleerung in die Sehne. Die Schmerzen strahlen dabei vom Oberarm bis zum Handgelenk und zum Nacken aus.
Nach dem Abtransport kommt es zu Heilung durch Narbengewebe (Postkalzifikation).
Die Kalkdepots sind im Röntgenbild gut zu erkennen, im Ultraschall nur, wenn der Kalk noch nicht verflüssigt ist.
Therapie: Infiltration mit lokalen Schmerzmitteln, orale Schmerzmittel ohne Cortison.
Eine Stoßwellentherapie (EWST) zertrümmert nicht das Kalkdepot, sondern regt die Durchblutung und Selbstheilung an.
Eine operative Entfernung ist nur in therapieresistenten Ausnahmefällen anzuraten.

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Abb.: Röntgenbild Kalkschulter

Karpaltunnelsyndrom
Brachialgia paraesthetica noctura, "kribbelnde nächtliche Armschmerzen". Der Karpaltunnel wird durch die Handwurzelknochen einerseits und eine sehnige Membran andererseits gebildet (s. Abb. rechts). In diesem sehr engen Kanal verlaufen die Beugesehnen der Finger und der Nervus Medianus. Eine Verengung durch entzündliche, stoffwechselbedingte, traumatische oder arthrotische Gewebsveränderung in diesem Bereich führt zu Einklemmung des Nerven und Unterbrechung der Blutzufuhr für den Nerven. Dies äußert sich in nächtlich auftretenden, bis in die Schultern ziehende Schmerzen und Kribbeln. Die Hand wird kraftlos und ungeschickt. Therapie: Manuelle Mobilisierung der Handwurzelknochen, Neuromobilisation des Nervus Medianus, entzündungshemmende Therapie, lokale Injektionen in den Karpaltunnel. Wenn alle diese Maßnahmen nicht zum Ziel führen, operative Durchtrennung des Karpaltunnels, um eine Nervenschädigung zu vermeiden.

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Abb.: Der Karpaltunnel (roter Pfeil) oberhalb der Handwurzelknochen
aus: Prometheus LernAtlas der Anatomie Bd. I, Stuttgart 2005

Kaudasyndrom
Reizung oder Einengung der tiefen sakralen Nervenwurzeln, die mit typischen klinischen Symptomen der Taubheit um die Genitalien und die Oberschenkel-Innenseiten ("Reithosenanästhesie"), einer Abschwächung des Achillessehnenreflexes und einer Blasen- und Darmstörung einhergeht. Das Kaudasyndrom kann akut durch einen Bandscheibenvorfall in der tiefen Lendenwirbelsäule oder chronisch fortschreitend durch einen raumfordernden Tumor bedingt sein. Bei klinischem Verdacht sollte schnellstmöglich eine Diagnostik durch MRT und CT eingeleitet werden, um irreversible Schäden zu vermeiden.

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KISS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung)
Dieses Krankheitsbild ist umstritten. Eine Fehlstellung im Bereich der oberen Halswirbelsäule bei Säuglingen und Kleinkindern ist möglicherweise für eine Reihe von Verhaltensstörungen, wie z.B. übermäßiges Schreien, verantwortlich. Die Fehlstellung kann durch geburtstraumatische Ereignisse oder Fallen vom Wickeltisch entstehen. Wenn bei "Schreibabys" ein solcher Verdacht besteht, empfiehlt es sich, einen Manualmediziner zu Rate zu ziehen.

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Klumpfuss

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Kniegelenkserguß
Vermehrte Flüssigkeitsansammlung innerhalb der Kniegelenkskapsel. Es kann sich um normale Gelenksflüssigkeit (Synovia) als Reaktion auf Entzündungen (bei akuter Kniegelnksarthrose) oder um Blut nach Verletzung (z.B. Kreuzbandriss oder Frakturen) oder um eitrige Flüssigkeit bei Infektionen handeln. Durch den Kniegelenkserguß schwillt das Gelenk an und wird schmerzhaft. Der Untersucher spürt den Druck unter der Kniescheibe (tanzende Patella) und im Ultraschall ist die vermehrte Flüssigkeit sichtbar. Die Entfernung mittels Kanüle dient sowohl der (Schmerz-)Entlastung als auch der Diagnostik und Festlegung der weiteren Behandlung.

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Kokzygodynie
Sammelbegriff für uncharakteristische Beschwerden im Bereich des Steißbeins, die vor allem durch langes Sitzen ausgelöst werden. Tritt bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Die Ursachen sind vielfältig: Brüche, Prellungen, starke Belastungen, schwere Geburten, Bandscheibenvorfall oder Tumore. Oftmals kann im Röntgenbild keine sichtbare Ursache festgemacht werden, sodass auch eine psychogene Komponente diskutiert wird.

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Kontusion
Stauchung, Quetschung durch direkte oder indirekte Gewalteinwirkung.

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Kreuzbandriss
Die Kreuzbänder stabilisieren das Kniegelenk von innen und halten Oberschenkel und Unterschenkel zusammen. Dabei überkreuzen sie sich im rechten Winkel. Das vordere Kreuzband steigt von der inneren Gelenkfläche des Schienbeins zur äußeren Oberschenkelrolle (äußerer Condylus), das hintere Kreuzband verläuft von der äußeren Gelenkfläche des Schienbeins zur inneren Oberschenkelrolle (innerer Condylus). Ein Kreuzbandriss entsteht in der Regel durch eine schwere Sportverletzung oder einen Unfall mit extremer Knieverdrehung. Er wird durch die typische sog. Schubladenbeweglichkeit diagnostiziert. Der Riss des hinteren Kreuzbandes wird konservativ durch Ruhigstellung behandelt, das gerissene vordere Kreuzband bleibt ebenfalls zunächst unversorgt. Es fällt auf das hintere Kreuzband und vernarbt dort (sog. Lambda-repair). Nur bei störender Instabilität beim Sport wird ein operativer Kreuzbandersatz mit einem entnommenen Bündel der Patellarsehne vorgenommen.

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Menisken und Kreuzbänder im Kniegelenk, Ansicht von hinten


häufige Bandverletzungen im Kniegelenk, Ansicht von vorne
Abb.: Voltaren, Fa. Roche

Kyphose
Abweichung der Wirbelsäulenkrümmung über das Maß der normalen Brustwirbelsäulenkrümmung hinaus. Die Kyphose ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern resultiert aus Erkrankungen, die zu einer keilförmigen Verformung der Wirbelkörper führen, wie die Scheuermann'sche Krankheit, osteoporotische Wirbelfrakturen oder Haltungsschäden.

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Lumbago, Lumbalgie (griech-lat: "Rückenschmerz")
s. lokales Lumbalsyndrom

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LWS-Syndrom, Lumbalsyndrom
Sammelbezeichnung für Beschwerden im Bereich der Lendenwirbelsäule mit unterschiedlichen Ursachen:
Arthrosen der Wirbel- oder Facettengelenke, Bandscheibenveränderungen, muskuläre Verspannungen. Man unterscheidet ein lokales Lumbalsyndrom, ein radikuläres und ein pseudoradikuläres Lumbalsyndrom.
Beim lokalen Lumbalsyndrom, auch Lumbago (Hexenschuss) oder akute Lumbalgie genannt, handelt es sich in erster Linie um Verspannungszustände oder Entzündungen der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke, s. dort), die reflektorisch eine lokale Schmerzhaftigkeit auslösen. Der tiefsitzende Kreuzschmerz führt annähernd zu Bewegungsunfähigkeit, strahlt aber nicht in die Beine aus und zeigt keine neurologischen Ausfallserscheinungen wie Taubheit oder Lähmung. Meistens verspürt der Patient eine Erleichterung der Schmerzen bei Beugehaltung des Rückens. Eine Röntgenaufnahme dient dem Ausschluß anderer Erkrankungen (Tumoren). Die Behandlung besteht in der Gabe von Schmerzmitteln, Muskelrelaxantien und physikalischen Maßnahmen. Die Beschwerden verschwinden innerhalb von wenigen Tagen.
Das radikuläre Lumbalsyndrom ist durch einen raumfordernden Prozess (meistens ein Bandscheibenvorfall, s. dort) innerhalb des Spinalkanals verursacht, der eine Reizung und Schädigung einer lumbalen Nervenwurzel verursacht, die wiederum in die entsprechende Extremität des Versorgungsgebietes ausstrahlt. Die Beschwerden mit Schmerzen in Rücken und Bein, Taubheit und Lähmungserscheinungen treten plötzlich (nach "Verheben" oder "falschen Bewegungen") auf und verstärken sich nachts. Die Diagnose und die Bestimmung des betroffenen Segmentes wird durch die neurologische Untersuchung gestellt (Fußheber, Reflexe, Laségue etc.). 80-95% der radikulären Lumbalsyndrome sind durch konservative Behandlung (Ruhe, Entzündungshemmer, Schmerzmittel, später sanfte Traktion und Krankengymnastik) zufriedenstellend zu verbessern. Absolute Operationsindikation sind Kaudasyndrom (s. dort) und hochgradige Lähmung (Quadrizepsparese).
Beim pseudoradikulären Lumbalsyndrom ist nicht die Wurzel des Spinalnerven betroffen, sondern lediglich zwei aus ihm entspringende Äste, welche die zugehörige Haut und Muskulatur versorgen. Die häufigsten pseudoradikulären Schmerzsyndrome sind das Facettensyndrom (s. dort) und die Entzündung des Kreuzdarmbeingelenkes (Sacroileitis, s. dort).

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Lyme-Arthritis s. Borreliose

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Marschfraktur
Ermüdungsfraktur der Mittelfußknochen unter dem Metatarsalköpfchen durch Bildung einer Knochen-Umbauzone nach Überlastung (Soldaten, Tänzerin). Um eine Ausheilung zu Erreichen, muss eine Gipsruhigstellung über 4 Wochen erfolgen. Danach Einlagenversorgung.

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Migräne (aus griech.: Hemikranie = "halbseitiger Kopfschmerz")
Migräne ist eine Kopfschmerzerkrankung, die in allen Kulturen auftritt und zwar mit einer Häufigkeit von 10-15% der Gesamtbevölkerung. Sie ist bei Frauen häufiger als bei Männern und häufig sind schon Jugendliche betroffen. Es handelt sich um einen sehr lang anhaltenden Kopfschmerz (4-72 Stunden), der auf die üblichen Schmerzmittel nicht anspricht und oftmals mit Übelkeit, Lichtscheue und Sehstörungen, der sogenannten "Migräneaura", verbunden ist. Die Erkrankung hängt wahrscheinlich mit Durchblutungsstörungen im Kopfbereich zusammen und ist vielleicht genetisch bedingt. Da sich die Migränebehandlung von der Behandlung anderer Kopfschmerzen wesentlich unterscheidet, ist eine sichere Diagnosestellung durch den Neurologen nach den Kriterien der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (IHS) wichtig. Migräne ist nicht heilbar, vorbeugend helfen aber Entspannungsübungen, Ausdauertraining, Verhaltenstherapie und Akupunktur.

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Morton-Neuralgie
Schmerzhafte Kompression der Zehennerven durch einen gutartigen Pseudotumor. Ursache ist die Annäherung der Metatarsalköpfchen im Schuh unter Belastung. Therapie: Schuhe mit weitem Zehenraum, weiche Einlagen, Infiltration mit Lokalanästhetika. Im Extremfall Operation.

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Abb.: Morton-Neuralgie
aus: Jäger/Wirth: Praxis der Orthopädie Bd.II, Stuttgart 2001

Multiple Sklerose (MS)
Eine chronisch-entzündliche Erkrankung in Gehirn und Rückenmark, die dadurch entsteht, dass fehlgesteuerte Immunzellen das zentrale Nervensystem angreifen und die schützenden Hüllen der Nervenfasern (die Myelinscheiden) zerstören. Dadurch können die Nervenzellen ihre Signale nicht mehr kontrolliert an andere Nervenzellen übermitteln. Erste Symptome sind Sehstörungen, Taubheits- und Kribbelgefühle, später auch Muskellähmungen. Die Ursache dieser Autoimmunkrankheit ist unbekannt, es wird eine falsche Programmierung von Lymphozyten nach einer erfolgreichen Virusabwehr vermutet. Interessanterweise kommt MS nur auf der Nordhalbkugel vor, wahrscheinlich beeinflusst die UV-Strahlung die Lymphozyten positiv.
Die Krankheit ist nicht heilbar, aber dank intensiver Erforschung neuer Therapieansätze ist es heute möglich, Unabhängigkeit und Lebensqualität der Betroffenen dauerhaft zu steigern. Dabei wird einerseits das Immunsystem selbst behandelt (Immunmodulation), andererseits die äußeren Symptome. Der Verlauf ist nicht vorhersehbar, deshalb müssen sich die Betroffenen und ihre Angehörigen immer wieder neuen Herausforderungen stellen, die Therapien wechseln und die Versorgung anpassen.

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Muskuläre Dysbalance
Die Muskeln des Bewegungsapparates bestehen immer aus einem Spieler (Agonist) und einem Gegenspieler (Antagonist). Während der Spieler verkürzt (angespannt) wird, wird der Gegenspieler gedehnt. Einseitige Kraftentwicklung bei gleichzeitiger Vernachlässigung der Dehnungsfähigkeit durch mangelnde körperliche Aktivität, falsche Bewegungsführung oder einseitigen Sport führt zu anhaltenden Muskelverkürzungen, schmerzhaften Muskelverspannungen, Überlastung der Sehnen, aber auch Abnutzung des Gelenkknopels einbezogener Gelenke. Der Rundrücken bei Schreibtischarbeit ist Folge einer geschwächten Rückenmuskulatur bei verkürzter Brustmuskulatur und erschlafften Bauchmuskeln. Die Balance unter den Muskelgruppen wird durch ein ausgewogenes Programm aus Krafttraining und Dehnung erreicht.

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Myalgie
Myalgien sind allgemein Muskelschmerzen. Bei chronischem Auftreten gehören sie in den Formenkreis der rheumatischen Erkrankungen.

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Myopathie

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Myelopathie

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Myotendinose

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Nearthrose (griech: "neues Gelenk") oder Pseudarthrose (griech: "falsches Gelenk")
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Neuropathie (griech: "Nervenleiden")

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Omarthrose (griech:"Arthrose des Schultergelenks")

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Osgood-Schlatter
Aseptische Tibiakopfnekrose

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Osteoarthrose
Andere Bezeichnung für Arthrose, mit der zum Ausdruck gebracht wird, dass bei einem arthrotischen Gelenk auch der Knochen beteiligt ist.

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Osteochondrose


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Osteochondrosis dissecans, OD
Innerhalb eines Gelenks auftretende Knochennekrose (Absterben) bei Kindern und Jugendlichen. Das betroffene Areal wird schließlich abgestoßen und endet als freier Gelenkkörper (Gelenkmaus) im Gelenk, wo es zu Gelenksblockierung führt. Prinzipiell können alle Gelenke betroffen sein, am häufigsten ist die OD jedoch am Kniegelenk, am oberen Sprunggelenk und am Ellbogengelenk. Ursache sind starke mechanische Belastungen durch Fehlstellungen oder starke sportliche Aktivität. Wiederholte Impulsbelastungen am Knie beim Rennen, häufiges Umknicken im Sprunggelenk und armbelastende Wurfsportarten führen dann zu einer regionalen Durchblutungsstörung und Absterben des Knochens unterhalb des Gelenknorpels. Infolge des Instabilwerdens der knöchernen Unterlage kommt es auch zu Veränderungen des Knorpels, zu Einklemmung der Gelenkhaut und zu Bewegungseinschränkung. Diese ersten Beschwerden treten häufig nach sportlicher Aktivität auf und dürfen nicht als Wachstumsschmerzen fehlinterpretiert werden. Im Röntgenbild ist die OD gut sichtbar. Die Therapie besteht in Belastungsreduktion und absolutem Sportverbot. Die Ausheilung dauert über Monate und Jahre, weil das betroffene Areal wieder in den gesunden Knochen eingebaut werden muss. Operativ kann mit Anbohrungen zur Revitalisierung des Knochens und einer Knochentransplatation nachgeholfen werden.
Ist das Knochenstück bereits abgelöst und befindet sich frei im Gelenk (Gelenkmaus), muss es entweder operativ im "Mausbett" fixiert oder entfernt und durch ein Knorpel-Knochen-Transplantat ersetzt werden.

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Osteochondrosis dissecans
am oberen Sprunggelenk

Osteoporose
Eine systemische Erkrankung des Skeletts, die durch eine niedrige Knochenmasse und eine verminderte Stabilität des Knochengewebes mit erhöhter Knochenbrüchigkeit einhergeht. Im Knochenstoffwechsel besteht ein Missverhältnis zwischen Knochenanbau und Knochenabbau. Dadurch kommt es nicht nur zu einem Knochenmasseverlust, sondern auch zu einem Strukturverlust der verbliebenen Knochenmasse in Form von verdünnten Knochenbälkchen und einer schwächeren Knochenrinde. Die Knochenmasse nimmt bis etwa zum 30 Lebensjahr zu ("peak bone mass"), danach nimmt sie langsam aber stetig ab.
Sehr selten tritt Osteoporose im Jugendalter auf. Die häufigste Form der Osteoporose stellt die postmenopausale Osteoporose bei Frauen zwischen dem 51. und 75. Lebensjahr als Folge des Östrogenabfalls dar. Etwa 30% der Frauen entwickeln eine solche, wenn keine Hormonsubstitution erfolgt. Andere Ursachen sind Bewegungsmangel, Kalzium- und Vitamin-D-Mangel, Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsen-Unterfunktion, Störung der Nierenfunktion, Therapie mit Glukocorticoiden oder Unterernährung und Magersucht. Die Krankheit verläuft zunächst schleichend und wird meist erst erkannt, wenn es bereits zu Knochenbrüchen gekommen ist, z.B. an Wirbeln, Oberschenkelhals und Handgelenk. Als Folge von Wirbeleinbrüchen bilden sich sog. Keilwirbel, die neben den eigentlichen Bruchschmerzen vor allem schmerzhafte Muskelverspannungen an der gesamten Wirbelsäule durch die Veränderung der Statik hervorrufen. Im Röntgenbild ist die Osteoporose meist erst in diesem fortgeschrittenen Stadium erkennbar. Zur Früherkennung eignet sich die Knochendichtemessung, die jedoch keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen ist.
Viele Therapien zur Behandlung der Osteoporose wurden verlassen, weil sie trotz Erhöhung der Knochenmasse nicht die Bruchfestigkeit des Knochens verbessern. Auch stellt die Osteoporose keine Indikation mehr zur Östrogensubstitution dar.
Entscheidend ist die vorbeugende Erhöhung der "peak bone mass" und das Hinauszögern des Abbaus durch ausgewogene Ernährung und Bewegung im Jugendalter und lebenslang, sowie altersgerechtes Verhalten (Aufmerksamkeitstraining, Vermeidung von Stolperfallen). Effiziente Behandlungsformen schwerer Osteoporosen sind heute sog. Bisphosphonate, welche den Knochenabbau durch Hemmung der Osteoklasten aufhalten. Neuerdings werden auch monoklonale Antikörper erprobt, die ebenfalls den Knochenabbau hemmen.

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Abb.: Keilwirbelbildung
durch Wirbeleinbruch BWK12
bei Osteoporose
Osteomyelitis

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Paget, Morbus Paget
Osteodystrophia deformans, Ostitis deformans. Schleichende Zerstörung des Knochens, vor allem im Bereich des Schädels, der langen Röhrenknochen und des Beckens, deren Ursache nicht geklärt ist. Vielleicht handelt es sich um eine Slow-Virus-Infektion der Osteoklasten. Es liegt eine genetische Disposition, eine Altersabhängigkeit (ab 55) und eine geografische Prävalenz vor: Am häufigsten tritt die Erkrankung in Großbritannien, Australien und Nordamerika auf. Die Diagnose erfolgt meist als Zufallsbefund, da Beschwerden zunächst nicht auftreten. Im Röntgenbild sind eine verstärkte Vaskularisierung in Form des charakteristischen Mosaikaspekts, eine Volumenzunahme und Deformierungen sichtbar. Eine Überwärmung durch vermehrte Durchblutung ist klinisch feststellbar. Im fortgeschrittenen Stadium ist die Erkrankung vor allem wegen Nervenschädigung im betroffenen Bereich schmerzhaft.
Die Diagnostik schließt Knochen-Szintigramm, MRT und Labordiagnostik ein.
Eine ursächliche Therapie ist bisher nicht bekannt. Zur Hemmung der Knochenresorption werden Bisphosphonate (wie bei Osteoporose) eingesetzt, außerdem Schmerzmittel. Knochendeformierungen und pathologische Frakturen können einen operativen Eingriff nötig machen.

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Perthes-Erkrankung, Morbus Legg-Calvé-Perthes
Juvenile Hüftkopfnekrose. Zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr auftretende, meist gutartig verlaufende Wachstumsstörung des Hüftkopfes als Folge einer Durchblutungsstörung, deren Ursache unbekannt ist. Jungen sind viermal häufiger betroffen als Mädchen. Das betroffene Kind fängt in diesem Alter an zu hinken, wobei Schmerzen oft nur im Knie angegeben werden. Die Diagnose erfolgt durch Untersuchung der Beweglichkeit des Hüftgelenks und durch Darstellung im Röntgenbild.
Die Zeitspanne vom Beginn der Erkrankung bis zur Ausheilung beträgt ca. 2-4 Jahre und dauert umso länger, je älter das Kind zu Beginn der Erkrankung ist. Ziel der Behandlung ist eine Verhinderung einer Hüftkopfverformung durch Körpergewicht und zunehmende Aktivität in der Phase der verminderten Belastbarkeit und der Ausheilung. Dazu eignen sich gezielte krankengymnastische Übungen und Zugentlastungen. Stockstützen und Halteapparate werden heute nicht mehr verwendet, stattdessen wird eine Umstellungsosteotomie (Operation) an Oberschenkel oder Becken zur Zentrierung des Hüftkopfes in der Pfanne (Containment) empfohlen.

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Patella-Spitzensyndrom
Schmerzhafte Entzündung der Sehne des M. quadriceps femoris (des Unterschenkelhebers), in welcher die Kniescheibe eingebettet ist, durch Verletzung, Fehlbelastung oder Achsfehlstellung (s. Abb. unter Femoropatellararthrose). Die Behandlung erfolgt konservativ mit entzündungshemmenden Salbenverbänden oder Elektrotherapie.

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Periarthritis humero-scapularis, PHS-Syndrom (griech: "Entzündung um das Schulter-Arm-Gelenk")

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Phantomschmerz

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Podagra

Gicht im Großzehengrundgelenk. Siehe unter Gicht.

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Polyarthritis
s. chronische Polyarthritis

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Polymyalgia rheumatica (griech: "vielfache rheumatische Muskelentzündung")
Langdauernde Allgemeinkrankheit des rheumatischen Formenkreises (s. unter Rheuma). Betroffen sind ältere Menschen (meist Frauen) über 65 Jahre. Die Ursache ist ungeklärt, möglicherweise handelt es sich um eine abnorme Immunreaktion nach stattgehabter Infektion. Die Beschwerden beginnen plötzlich mit Schmerzen in Schulter, Oberschenkeln und Gesäß. Der Patient kann wegen Schmerzen nachts nicht schlafen, schwitzt, leidet unter Inappetenz und depressiver Verstimmung. Auch Kopfschmerzen und Sehstörungen sind zu beobachten. Die Erkrankung spricht auf Corticoide sehr gut an, die nach anfänglicher Stoßtherapie langsam reduziert werden.

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Polyneuropathie (griech: "vielfaches Nervenleiden")

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Postnukleotomie-Syndrom, Postdiscotomiesyndrom
Oft therapieresistente, übermäßige Schmerzempfindlichkeit nach Bandscheibenoperation durch Verletzungen von Spinalnerven, die eine Sprossung sensibler Nervenendigungen nach sich ziehen.
Siehe auch: "Wie entstehen Schmerzen und wo sitzen sie eigentlich?" auf der Seite Schmerztherapie.

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Rheuma (griech: "Fließen" der Gelenke)
Volkstümliche Bezeichnung für verschiedene Erkrankungen des "rheumatischen Formenkreises". Diesen Krankheiten liegen pathologische Prozesse des Immunsystems zu Grunde, deren Ursache unbekannt ist und die sich in Entzündungsprozessen im ganzen Körper äußern. Dazu gehören u.a. die Chronische Polyarthritis, die Polymyalgia Rheumatica, der Morbus Bechterew, die Arthritis psoriatica, und auch die Lyme-Borreliose. (s. jeweils dort). Wahrscheinlich spielt eine Resistenzminderung des Körpers durch langandauernde psychische Belastungen eine nicht unerhebliche Rolle für den Krankheitsausbruch. Diese Erkrankungen sind äußerst vielfältig in ihrer Ausprägung und in ihrem Verlauf, weshalb die Therapie sehr sorgfältig, möglichst in Zusammenarbeit mit Internisten und Rheumatologen überlegt und ständig überprüft werden muss.

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Rhizarthrose
Arthrose des Daumensattelgelenks. Häufige Erkrankung bei Frauen jenseits des 50. Lebensjahres.

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Rotatorenmanschettenruptur
Die Rotatorenmanschette umschließt den Oberarmkopf mit einem Sehnenspiegel, der aus den Sehnen mehrerer Muskeln besteht, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen und diesen bei Bewegungen des Armes in der Gelenkpfanne halten. (Mm. supra- und infraspinatus, M. teres minor, M. subscapularis). Es kann sich um einen Teilriss einzelner Sehnen oder um einen Totalriss bis zur Humeruskopfglatze handeln. Ein traumatischer Riss ist äußerst selten und kommt nur bei jungen Menschen unter 40 Jahren vor. Die am häufigsten verletzte Sehne ist dann die des M. supraspinatus (s. Abb. rechts), die mit einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung insbesondere beim Heben des Armes einhergeht.
Da Sehnengewebe schlecht durchblutet ist, ereignen sich im Alter Risse der Rotatorenmanschette auch spontan durch Degeneration des Gewebes. Meistens handelt es sich um Teilrisse, die zunächst schmerzlos sind und sich erst in der Folge vergrößern und schmerzhaft werden. Arbeiten mit gehobenem Arm und das Liegen auf der Schulter werden unmöglich.
Die Behandlung ist zunächst immer konservativ. Traumatische Risse können operiert werden, bei degenerativen Schädigungen ist der Erfolg jedoch fraglich.

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Abb.: Traumatischer Ausriss der M.suraspinatus-Sehne
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007

Abb: Degeneration der Rotatorenmanschette
aus: Jäger/Wirth: Praxis der Orthopädie Bd.II, Stuttgart 2001
Sacroileitis
Entzündung des Kreuz-Darmbein-Gelenkes bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, wie z.B. M. Bechterew.

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Sehenscheidenentzündung

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SIG-Blockierung
Das Sacroiliacalgelenk, Kreuz-Darmbein-Gelenk, SIG des Menschen hat keine große Beweglichkeit, sondern eher die Funktion eines "Stoßdämpfers". Es wird innerhalb und außerhalb des Gelenkes durch einen sehr starken Bandapparat gehalten, der sehr reichhaltig mit Nerven versorgt ist und dessen Schwäche zu Blockierungen und Reizung der austretenden Spinalnervenwurzeln führt. Therapie: manuelle Deblockierung, wiederholte Infiltrationen mit Lokalanästhetika. Zur Löschung des "Schmerzgedächtnisses" s. unter "Spezielle Schmerztherapie").

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Scheuermann, Morbus Scheuermann
Steife Kyphose der Brustwirbelsäule. Es besteht eine krumme Haltung mit ausgeprägtem Rundrücken. Im Röntgenbild finden sich keilförmig verformte Wirbelkörper mit unregelmäßig begrenzten Abschlussplatten, verschmälerte Zwischenwirbelräume und sog. Schmorl-Knötchen. Der Kyphose-Winkel liegt über 40°. M. Scheuermann entwickelt sich während der Pubertät und wird durch Haltungsfehler und Bewegungsmangel beschleunigt. Die Ursache ist ungeklärt, genetische Faktoren sind wahrscheinlich. Die Diagnose sollte möglichst früh gestellt werden, um der weiteren Verformung durch Kräftigung der verkürzten und geschwächten Haltungsmuskeln (spezielle Krankengymnastik) entgegenzuwirken. In besonders schweren Fällen kann eine Korsettversorgung angebracht sein, solange der Knochen noch wächst.

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Abb.: M. Scheuermann


Abb.: Kyphose-Winkel
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007
Schiefhals

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Schleimbeutelentzündung s. Bursitis

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Schleudertrauma
Umgangssprachlich für Beschleunigungsverletzung der Halswirbelsäule durch abrupte Beschleunigung oder Verzögerung des Körpers im Verhältnis zum Kopf. Typischer Unfallmechanismus ist der Auffahrunfall: Im auffahrenden Fahrzeug wird der Kopf nach vorne geschleudert, während der Körper abgebremst wird, im vorderen Fahrzeug bleibt er hinter dem Körper zurück. Je nach Schweregrad kann es zu Dehnung, Zerrung, Kapselriß oder Fraktur an der Halswirbelsäule kommen. Bei rechtzeitiger Erkennung der Situation (Wachzustand) ist die Verletzungsgefahr geringer.

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Schnellender Finger

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Skidaumen
Seitenbandriss am Daumengrundgelenk, manchmal mit knöchernem Ausriss. Muss in der Regel operiert werden.

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Abb.: Skidaumen
aus: Jäger/Wirth: Praxis der Orthopädie Bd.II, Stuttgart 2001

Skoliose (griech: wurmartige Verkrümmung")
Fixierte Seitverkrümmung der Wirbelsäule mit Verdrehung der Wirbelkörper. 90% der Skoliosen sind idiopathisch, d.h. ihre Ursache ist ungeklärt. Die übrigen 10% können z.B. durch Tumoren, Kinderlähmung, Beinverkürzung oder Unfälle entstehen. Die Ausprägung ist unterschiedlich stark. Die Behandlung (Krankengymnastik, Korsettversorgung, Elektrostimulation) richtet sich nach dem Entstehungszeitraum (infantile, juvenile, adolescente Skoliose), dem Krümmungsmaß und der Entwicklungsprognose (Progredienz). Hierfür ist eine sorgfältige Untersuchung und eine ständige Verlaufskontrolle notwendig. Schwere Formen führen später zu Atembehinderung und Herzproblemen und sind kosmetisch nicht tolerabel. Sie werden in Spezialkliniken operiert.

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Spondylarthrose (griech: "Abnutzung der Wirbelgelenke")

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Spondylolisthese, Spondylolistesis (griech: "Wirbelgleiten")
Das Abrutschen eines Wirbelkörpers vom darunterliegenden Wirbel im Lendenwirbel- und Kreuzbeinbereich. Normalerweise greifen die Gelenkfortsätze der Wirbel wie Haken über die Gelenkfortsätze des darunterliegenden Wirbels und stabilisieren so die Wirbelsäule. Löst sich der Gelenkfortsatz vom Wirbelbogen (Spondylolyse), so verliert er die Haltefunktion und der Wirbel rutscht in Bauchrichtung ab. Dadurch wird der Spinalkanal und das darin befindliche Rückenmark samt Nervenwurzeln eingeengt, was zu Schmerzen und neurologischen Ausfällen führen kann. Gangstörungen kommen meist dadurch zustande, dass der Körper versucht, den nach vorne verlagerten Körperschwerpunkt wieder rückwärts zu verlagern. Dies führt zu erheblichen Muskelverspannungen. Das Wirbelgleiten entwickelt sich im Laufe des Lebens durch den aufrechten Gang. Zugrunde liegt entweder eine angeborene Entwicklungsstörung in diesem Bereich oder es kommt durch exzessives Training bestimmter Sportarten im Jugendalter (insbesondere Speerwerfen, Turnen, Stabhochsprung) zu wiederholten kleinen Bruchverletzungen, welche die Spondylolyse begünstigen. Oft fallen beide Bedingungen zusammen. Bei Nicht-Sportlern bleibt das Wirbelgleiten oft beschwerdefrei und unerkannt.
Therapie: In besonders schweren Fällen kann der abgerutschte Wirbel mit dem darunterliegenden operativ verschraubt werden. Ansonsten steht die Physiotherapie zur Dehnung und Entspannung der Muskulatur im Vordergrund einer Behandlung.

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Abb.: Wirbelgleiten des 5. Lendenwirbels vom Kreuzbein
Spreizfuß

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Sprunggelenksdistorsion, OSG-Distorsion
Die häufigste Bandverletzung. Das Ligamentum fibulotalare anterius zwischen Wadenbein (Fibula) und Sprungbein (Talus) ist am häufigsten betroffen (s. nebenstehende Abb. b), gefolgt vom Ligamentum fibulocalcaneare zwischen Wadenbein und Fersenbein (Abb.c).
Das Sprunggelenk ist schmerzhaft und geschwollen, die Bänder bisweilen eingeblutet. Die Diagnose ist im Röntgenbild bei der sog. "gehaltenen" Aufnahme sichtbar. Die Behandlung erfolgt konservativ mit konsequenter Ruhigstellung, früher im Gips, heute mit modernen Orthesen wie Aircast und Malleoloc. Nicht erfolgte Ruhigstellung kann zu chronischer Band-Instabilität führen.

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Abb.: OSG-Bänderrisse
aus: Bischoff/Heisel/Locher (Hrsg.): Praxis der konservativen Orthopädie, Stuttgart 2007

Sudeck-Syndrom, CRPS (Complex Regional Pain Syndrom), Algodystrophie. Örtliche Knochenentkalkung und Muskelschwund in Folge einer Durchblutungsstörung durch Fehlsteuerung der Blutgefäße in einer verletzten Extremität. Nach Knochenbrüchen, Distorsionen, stumpfen Traumen.
Die Gefahr einer Sudeck-Erkrankung besteht immer bei schnell aufeinander folgenden Operationen, Mehrfachrepositionen und Mehrfachoperationen, bei Druck im Gips und Massagen verletzter Extremitäten.
Die Erkrankung verläuft in 3 Stadien:
Stadium I: akut-entzündlich: Belastungsschmerz, Schwellung, Rötung, fleckige Entkalkung des Knochens.
Stadium II: chronisch-dystrophisch: Haut glänzend, blass und kühl, Abnahme der Schmerzen, aber deutliche Einschränkung der Beweglichkeit.
Stadium III: Endatrophie: Muskelatrophie, Gelenkkontraktur, aber Schmerzfreiheit.
Die Therapie besteht in Stadium I in einer konsequenten Ruhigstellung und antiphlogistischer Behandlung ohne Cortison. Krankengymnastik erst ab Stadium 2. Ab Stadium 3 aktive Übungsbehandlung.

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Tendinosis calcarea (Kalkschulter)
Schmerzhafte Kalkablagerung in den Schultersehnen, deren Ursache wahrscheinlich Überlastung und voraufgehende Sehnenverletzungen sind. Männer sind häufiger betroffen. Der Krankheitsverlauf ist selbstlimitierend mit hoher spontaner Heilungsrate und verläuft in 3 Phasen: zunächst bildet sich vermehrt Faserknorpel (Präkalzifikation), in dem sich Kalzium in abgetrennten Depots ablagert (Kalzifikation). Dann verflüssigt sich der Kalk und es wandern Entzündungszellen ein, die den Kalk abtransportieren. In dieser Zeit kommt es zu Schmerzen durch Volumenerhöhung, zu Rissen in den Kalkdepots und Entleerung in die Sehne. Die Schmerzen strahlen dabei vom Oberarm bis zum Handgelenk und zum Nacken aus.
Nach dem Abtransport kommt es zu Heilung durch Narbengewebe (Postkalzifikation).
Die Kalkdepots sind im Röntgenbild gut zu erkennen, im Ultraschall nur, wenn der Kalk noch nicht verflüssigt ist.
Therapie: Infiltration mit lokalen Schmerzmitteln, orale Schmerzmittel ohne Cortison.
Eine Stoßwellentherapie (EWST) zertrümmert nicht das Kalkdepot, sondern regt die Durchblutung und Selbstheilung an.
Eine operative Entfernung ist nur in therapieresistenten Ausnahmefällen anzuraten.

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Abb.: Röntgenbild Kalkschulter

Tennisarm, Tennisellbogen
s. Epicondylitis humeri radialis (lateralis). Sehnenansatzentzündung (Insertionstendopathie) am äußeren Oberarmköpfchen des Ellbogengelenks als Folge chronischer Überlastung der Handgelenksstrecker durch eintönig sich wiederholende Bewegungsabläufe im Bereich des Unterarmes. Therapie: Vermeidung auslösender Bewegungsmuster, unterstützend Injektion von Lokalanästhetika mit Cortison. Eine sog. Epicondylitisspange mindert den lokalen Muskelzug im Bereich der Sehnenursprünge.

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Thorakalsyndrom (siehe BWS-Syndrom)

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Wachstumsschmerz
Meist nächtlich auftretende knienahe Schmerzen im Kindesalter. Diese können durch eine Balancestörung zwischen dem Wachstum der Röhrenknochen und der Muskulatur bedingt sein, eine gründliche Untersuchung ist jedoch angezeigt und eine Ausschlussdiagnostik durchzuführen. (s. z.B. Ostochondrosis dissecans) Da die Schmerzempfindung beim Kleinkind noch nicht differenziert ist, können Knieschmerzen auch auf Erkrankungen der Hüftgelenke (Perthes-Erkrankung) hinweisen. Gelegentlich können sie erste Anzeichen einer Leukämie oder psychischer Konflikte sein.

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Weichteilrheumatismus siehe Fibromyalgiesyndrom

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Wirbelgleiten siehe Spondylolisthese

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Zervikale Myelopathie
Rückenmarksschädigung im Halsbereich mit Querschnittssymptomatik durch chronischen Druck. Oftmals durch Bandscheibenvorfall, da das Rückenmark im Halsbereich nur wenig Platz hat, um auszuweichen. Die Diagnose sollte möglichst früh gestellt werden und eine operative Dekompression erfolgen.

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Zervicalsyndrom
Sammelbegriff für Beschwerden im Nacken-Hals-Bereich. Infolge pathologischer Veränderungen an Halswirbeln oder Halsbandscheiben (Alter, Überlastung, Muskelverspannungen) werden die im Halsbereich aus dem Rückenmark austretenden Nervenwurzeln und deren Äste gereizt oder gequetscht (zervikales Wurzelreizsyndrom). Akute Entzündungen durch Überlastung führen zu Schwellung und Ödemen, welche die Nervenaustrittsstellen weiter verengen. Da aus dem Halsbereich auch die Nerven für Arme und Hände austreten, kommt es zu Armschmerzen, Gefühlsstörungen und Kraftminderung: Zervicobrachialgie. Die Therapie ist konservativ mit Extensionsbehandlung und Injektionen. Leider ist die fortschreitende Degeneration (der Verschleiss) der Halswirbelsäule im Alter nicht aufzuhalten.

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Zervicozephalgie
Zervicalsyndrom mit Kopfschmerzen, Schwindelattacken, Hör-, Seh- und Schluckstörungen. Die Symptome treten in Abhängigkeit von der Kopfhaltung und von Kopfbewegungen auf. Ursache ist oftmals eine Einengung der Arteria vertebralis und des Hals-Sympathikusnerven im Bereich der Halswirbelsäule durch degenerative Veränderungen (Verschleiss) oder durch Muskelverspannungen. Auch eine Nervenwurzelreizung (s.o.) im Bereich der Halswirbel C2 und C3 mit Ausstrahlung in die hier entspringenden Hinterhauptsnerven oder eine Fehlstellung der Kopfgelenke können beteiligt sein. Die Behandlung erfolgt mit stabilisierender krankengymnastischer Übungsbehandlung und mit manueller Medizin.

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