Zentrum für
Orthopädie und Unfallchirurgie
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osteopathische Behandlung

Osteopathie

bedeutet wörtlich übersetzt aus dem Griechischen: "Das Leiden der Knochen" oder "Behandlung der Knochen", weil die Begründer dieser Methode eine Funktionsstörung von Knochen und Gelenken als Ursache vieler Erkrankungen erkannt hatten.

Es handelt sich heute um eine ganzheitliche Heilmethode, die gesundheitliche Beschwerden dadurch erklärt, dass Funktionsstörungen am Bewegungsorgan und den inneren Organen einen Energieverlust zur Folge haben, der die Gesundheit des ganzen Körpers beeinflusst und ihn daran hindert, sich von Verletzung und Krankheit durch Selbstheilungskräfte zu erholen.

Die Osteopathie ist eigentlich eine Philosophie. Sie behandelt Kranke, keine bestimmten Krankheitsbilder. Begründet wurde sie Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika aus Mangel an Ärzten mit universitärer Ausbildung durch die sogenannten "Knochensetzer" (bone-setter). Mit dieser alternativen Behandlungsform versuchten sie, durch Massagen, pendelnde Bewegungen von außen oder durch Verbringen in ungewöhnliche Stellungen (z.B. Kopfstand) die natürliche, harmonische Verbindung aller Körperorgane wiederherzustellen.
Durch wissenschaftliche Aufarbeitung in Bezug auf detailgenaue Anatomie und unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse der Nerven- und Gehirnforschung, hat sich die Osteopathie weiterentwickelt und stellt heute auch für den Schulmediziner eine wirkungsvolle Behandlungsmethode dar.

Dabei hält die Osteopathie an ihrer traditionellen Betrachtungsweise des Körpers fest. Man unterscheidet 3 osteopathische Systeme, die 3 anatomischen Teilbereichen entsprechen:
Das parietale System (Stützsystem) umfasst Knochen, Muskeln, Gelenke, Sehnen und Bänder,
das craniosacrale System (Schädel-Kreuzbein-System) umfasst das Nervensystem samt Gehirn und Rückenmarksflüssigkeit und
das viscerale System (Eingeweidesystem) alle inneren Organe samt den zugehörigen Blut-, Lymph- und Nervensystemen in ihren bindegewebigen Hüllen. Das Prinzip der osteopathischen Betrachtungsweise beruht zu einem großen Teil auf der Beobachtung, dass sich Rückenmarksflüssigkeit und Eingeweide ständig in einem bestimmten Rhythmus bewegen, dessen Unterbrechung zu Funktionsstörung und Krankheit führt.
Zum Beispiel kann die Niere nicht richtig arbeiten, wenn ihr freies Schwingen durch eine verspannte Rückenmuskulatur eingeschränkt ist.

Die Osteopathie arbeitet nach ähnlichen Prinzipien wie die Chirotherapie.
Dabei kommt der Behandlung der Wirbelsäule besondere Bedeutung zu, da zwischen den Wirbeln die Nerven für die Extremitäten und die inneren Organe aus dem Rückenmark austreten und hier zahlreiche Verbindungen zum vegetativen, willentlich nicht beeinflussbaren Nervensystem von Sympathikus und Parasympathikus bestehen.

Eine Störung in diesem Bereich hat nicht nur eine Verspannung der Muskulatur zur Folge, sondern erzeugt auch zahlreiche Reflexbögen zur Haut und zu den inneren Organen, was zu Durchblutungsstörungen, Unterversorgung mit Energie und zu Schmerzen führen kann.

Verbindungen des vegetativen Nervensystems zum Rückenmark und zu den inneren Organen


Verbindungen des Eingeweide - Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) zu den Rückenmarksnerven.
Aus: Prometheus, LernAtlas der Anatomie, Bd.III, Stuttgart 2006.


Da die Osteopathie genaueste anatomische Kenntnisse voraussetzt und vor einer osteopathischen Behandlung eine medizinische Diagnose gestellt werden muss, darf die Osteopathie in Deutschland nur durch Ärzte und Heilpraktiker mit osteopathischer Zusatz-Ausbildung durchgeführt werden.
Auch Physiotherapeuten, die eine entsprechende Ausbildung durchlaufen haben, dürfen auf Anordnung von Ärzten osteopathische Techniken anwenden.

Buchtipp: Siegbert Tempelhof, Osteopathie. GU Ratgeber Gesundheit